Unser Weg zurück ins Ausreiten mit einem erblindeten Pferd

 

 

Magic & Me

 

Jedes Pferd ist anders. Jeder Mensch und Reiter auch. 

 

Magic: Knabstrubber, geboren 2000. Rassetypisches Interieur, selbstbewusst, mit viel Humor gesegnet, blitzgescheit, anspruchsvoll. Magic war bevor ich ihn kennenlernte, einige Jahre Schulpferd und bekannt dafür, auch starke Reiter zur Verzweiflung zu bringen. Von vielen wurde er als enorm stur bezeichnet (von seiner Besitzerin übrigens nicht) und mit diesem gar nicht so groß geratenen dafür sehr charakterstarken Pferd, das auch ungern zweiter oder gar letzter in einer Gruppe sein wollte, wollten auch nur sehr wenige Reiterinnen ins Gelände. Magic lernte ich auf einem Kurs kennen und ging im besten Sinne ehrgeizfrei an unsere Zusammenarbeit heran, die überraschenderweise, oder eben gerade deshalb erwartbar, ganz passable Ergebnisse lieferte. 

 

Magic wurde daraufhin mein Reitbeteiligungspferd. Da er offenbar von Anfang an beschlossen hatte mir einen Vertrauensvorschuss zu geben und mich zu mögen, gab ich ihm diesen ebenfalls und wir gingen trotz wilder Geschichten aus der Vergangenheit sehr bald auch alleine ins Gelände, hatten Spaß von Anfang an und natürlich ist es das gute Recht eines Pferdes zuerst einmal gründlich zu hinterfragen, ob man dem Menschen da oben auch guten Gewissens die Führung überlassen kann. Durch eindeutiges Verhalten hat er kurz danach im Schulbetrieb gekündigt. Und ich habe ihn gekauft. Magic kommuniziert viel und deutlich. Ich glaube, dass dies jedes Pferd tut, manche Leute hören nur nicht zu.

 

Ich bin Reiter ohne Abzeichen- und Schleifensammlung. Reiten ist für mich die schönste Beschäftigung mit dem Pferd. Aber es ist nicht die einzige und alleinig wichtige Sache. Denn zuerst bin ich Pferdefreund, schätze die Gegenwart von Pferden und genieße daher lange Spaziergänge ebenso wie Reiten und betrachte Bodenarbeit als sinnvolle Ergänzung sowohl für das Training des Pferdes als auch für das Training der eigenen kommunikativen Fähigkeiten mit dem Pferd. Ich bin zwar pferdesportlich völlig ehrgeizlos, dies bedeutet aber nicht, dass ich völlig anspruchslos an die Reiterei herangehe. Ich fühle mich dem Motto "richtig reiten reicht" verpflichtet. Man muss es dem Pferd, das einem trägt so bequem wie möglich machen und ist für seine Gesundheit verantwortlich. Daher lege ich für mich großen Wert darauf, dass der Sitz vernünftig ist (und Gewicht- vor Schenkel- und Zügelhilfe kommt) und arbeite daran auch regelmäßig, alles soll und kann dauerhaft besser werden. Damit meine ich nicht nur Unterrichtsstunden, sondern meines Erachtens ist es mindestens genauso wichtig, beim Reiten auch wirklich beim Pferd zu sein, sich jedesmal wieder bewußt in die gemeinsame Bewegung hineinzuspüren, die Unterschiede in der Tagesform von beiden Beteiligten wahrzunehmen und entsprechend damit umgehen. Und wer ein Pferd reiten möchte, muss zum einen das Pferd dafür trainieren, zum anderen aber auch zwingend sich selbst in den Bereichen Kraft, Beweglichkeit, Koordination, Kondition und (Reaktions-)Geschwindigkeit in Form halten. Auf dieser Basis ist es erst möglich die Bewegungsabläufe zu erlernen und zu verfeinern, die Reiten ausmachen. Oder vereinfacht gesagt, man muss ausreichend fit sein. Diese Faktoren in ausreichender Ausprägung vorhanden, definieren nämlich nichts anderes als Fitness. Beharrlichkeit ist nötig, egal was man mit dem Pferd machen möchte, falscher Ehrgeiz schadet und der Fehler liegt immer beim Menschen, wenn etwas nicht klappt. Immer. Das Pferd ist Partner und Freund und kein Sportgerät. Aber nur lieb haben reicht nicht aus um Pferde artgerecht zu halten und gesund zu erhalten, man braucht Wissen und diverse Fähigkeiten. Ich teile auch die Ansicht, dass Dominanz als Ansatz der Arbeit mit Pferden dummes Zeug ist. Das Vertrauen der Pferde muss man gewinnen und mit ihnen reden.

 

Magics oben erwähnte Sturheit ist nichts anderes als Feinheit, verbunden mit einem starken Charakter und eigenen Ideen. Und einer hohen Anspruchshaltung, klar, fair und mit feiner Hand zu arbeiten. Ein gut ausgebildetes Pferd ist bei oben beschriebener Herangehensweise ein guter, täglich hundert Prozent aufmerksamer, gnadenlos ehrlicher aber nie nachtragender Reitlehrer. Schon immer vertrat ich die Ansicht, dass man mit einem Pferd auch reden darf und daher war Magic schon immer gewöhnt von mir auch viele Stimmkommandos zu bekommen.

 

Dies alles war die Basis für unseren Weg zurück ins Reiten nach der Erblindung. Am wichtigsten davon: Gegenseitiges Vertrauen. Der Rest: Gleichwertig auf Platz zwei. 

 

Verlauf 

 

Ob ein Pferd überhaupt mit seiner Erblindung zurecht kommt und wie gut es das tut, was möglich ist oder wieder möglich wird, kann man pauschal nicht sagen. Solange das Tier aber grundsätzlich zurecht kommt und dabei Lebensfreude hat, hat es verdient, dass man schaut, was machbar ist und gut tut - für Körper, Geist und Psyche. Dabei bin ich ergebnisoffen vorgegangen und habe mit dem Ziel trainiert draußen unterwegs zu sein, denn das machte uns beiden immer am meisten Spaß. Wieder reiten, wäre schön und hätte den Vorteil, dass man das für die Pferdelunge wichtige Galoppieren im Wald statt nur auf dem Platz machen kann und konditionell einfacher fitter bleibt. Ein Ziel im engeren Sinne war es nicht. Eher ein Wunsch. Aber die Wanderungen immer weiter auszudehnen, eventuell über einen Packsattel nachdenken und auch weitere Touren planen oder vielleicht schauen, ob auch Zirkuslektionen Magic Spaß machen könnten, oder wir mit dem Fahren vom Boden einen Versuch starten uns zu beschäftigen - alles Optionen, die offen im Hinterkopf vorhanden waren. 

 

Besonders viele Informationen findet man zur Thematik nicht im Netz, hilfreich ist die Seite der Interessengemeinschaft blinde Pferde.

 

Bereits bei Kauf war mir bekannt, dass Magic an der Periodischen Augenentzündung (ERU) litt. Bei mir hatte er dann noch einen Schub. Seitdem trat seit Jahren (und hiermit wird auf Holz geklopft) kein weiterer Schub auf. Ich betreibe tägliche Augenpflege (Stimmkommando: "Augenpflege"), indem ich die Augen mit Kolloidalem Silberwasser reinige. Inwieweit dies dazu beigetragen hat, dass wir bis dato von weiteren Schüben verschont geblieben sind, lässt sich auch von ärztlicher Seite nicht sagen, ich bin aber ziemlich sicher, dass es einen Anteil daran hat. Das linke Auge ist etwas verkleinert, Magic hat keine Beschwerden damit. Ich gehe zwar davon aus, ich würde dies sofort merken, lasse es aber trotzdem auch unabhängig davon den Tierartz betrachten. Beim jährlichen Zahnarzttermin spülen wir immer auch bei allen Pferden die Tränennasenkanäle.

 

Auch war bereits beim Kauf klar, dass bereits eine Vorschädigung der Augen bestand und im Alter mit schleichender Erblindung zu rechnen sein wird. Magic war immer ein enorm cooles und trittsicheres Pferd. Und er konnte bis zur vollständigen Erblindung den Sehkraftverlust so gut kompensieren, dass mir erst auffiel, dass er gar nichts mehr sieht, als er anfing zu stolpern, enorm schreckhaft und geräuschsensibel wurde und auch im Stall etwas schusseliger unterwegs war. Also stellten wir um den Jahreswechsel 2020/2021 das Reiten bis auf weiteres ein. Magic bewegte sich im Stall nach kurzer Zeit wieder sicher und auf den Zentimeter genau orientiert, meine Frau, unsere Reitbeteiligung und ich mussten aber darauf achten, dass nichts im Weg herumsteht, was da nicht hingehört und immer mit Magic zu reden, auch beim Misten, wenn man die Schubkarre irgendwo in den Weg stellt.

 

Da mich die vollständige Erblindung überraschte, hatte ich natürlich zu diesem Zeitpunkt noch nicht damit begonnen, mehr als die alltäglichen Stimmkommandos (Scheritt, Terab, ein Küsschen, woooouw, back, Huf, Augenpflege, und (für Übergänge ankündigen), Nein! (heißt nein, wird aber gerne auch mal hinterfragt), Suuper) einzuüben.

 

Haltung

 

Meine Frau und ich hatten das Glück fast ein Jahr bevor Magic erblindete ein lang verfolgtes Ziel erreichen zu können: Den eigenen Offenstall, nur für uns. Geplant und gebaut ohne Kompromisse machen zu müssen.

 

Hochwertiges Heu ad. lib., eine ausreichend große überdachte Liegefläche für alle Pferde, ein auch bei Dauerregen matschfreier ganzjährig 24/7 zugänglicher Paddock mit massiver Umzäunung, ausreichende Koppelfläche, kurze Wege für uns, keine Engstellen für die Pferde. Und eine stabile Pferdegruppe ohne Wechsel, was im gewerblichen Bereich oder auch bei größeren privaten Stallgemeinschaften kaum zu vermeiden ist und Pferde in einer Zusammenstellung, die auch ein gemeinsames Futtermanagement möglich macht. Heu gibt es aus einer Glocke. Vorteil: Tiefe Fressposition, rund, einfach zu befüllen und sauber zu halten. Die Glocke hat fünf Fressstellen, trotzdem zeigte sich, dass es sinnvoll ist an einer tatsächlich räumlich getrennten Stelle eine zweite Futterstelle einzurichten. Am anderen Ende des Stalles hängt daher ein Heunetz. Wasser bieten wir aus einem Bottich an, isoliert und im Winter elektrisch beheizbar. 

 

Da Diabolo (Berber-Araber-Mix, der Schimmel) 2018 plötzlich dämpfig wurde, inhalieren wir ihn regelmäßig auch in der Solekammer. Auch er ist nach einer kritischen Phase wieder richtig fit geworden und hält mit Lina (Quarter im besten Alter) mit. Infos zum zur Solekammer umgebauten Anhänger finden sich übrigens hier. Und da in den Hänger zwei Pferde passen, steht Magic dann eben mit drin. Die Herren finden ihre Wellness entspannend und ver- und entladen sich mehr oder weniger alleine. Lina ist zwar verladefromm, aber empfindet das im Hänger stehen nicht so ganz als Wellness, daher kommt Magic regelmässig in den Meeresluftgenuß. Ich denke, dass dies auch dazu beigetragen hat, ihn in der Zeit wo er nicht geritten werden konnte fit zu halten.

 

Wenn alle Bedingungen für eine einwandfreie Pferdehaltung erfüllt sind und die Gruppe passt, braucht man nach meiner singulären Erfahrung keine besonderen Maßnahmen zum Management eines blinden Pferdes ergreifen.

 

Ich bin täglich im Stall. Meine Frau auch. Ganz zu Beginn war Magic eifersüchtig auf sie, er hat aber nicht nur schnell gelernt, dass er insoweit meine Aufmerksamkeit teilen muss, sondern auch schätzen gelernt, sich von ihr kuscheln zu lassen. Magic ist zwar auch körperlich und nicht nur vom Willen her zäh, gelegentliche Verletzungen oder Erkrankungen bleiben aber trotzdem nicht aus, auch wenn wir bisher weitestgehend verschont davon geblieben sind. Den medizinischen Dienst übernimmt mehrheitlich sie, da sie meist schon früher am Tag bei den Pferden ist wie ich. Dies hat zur Folge, dass Magic gelernt hat, dass sie im Zweifel die Oberschwester ist und relativ kooperativ alles über sich ergehen lässt, mich betrachtet er in solchen Situationen eher als minderkompetenten Hilfspfleger - er macht schon mit, aber richtig findet er es nicht. Das merkt man.

 

Training

 

Magic wurde in der Reitpause von unbestimmter Dauer durch Equikinetik, Dualaktivierung, allgemeine Bodenarbeit und Freiarbeit in reitbarer Form gehalten. Unabhängig davon, ob er wieder geritten werden kann, war es mir wichtig, dass er kein Berufsunfähigkeitsrentner wird und abbaut; ein Pferd wieder aufzubauen ist schwieriger wie den Status zu halten.

 

Den größten zeitlichen Anteil hatten aber lange Spaziergänge in unserem sehr abwechslungsreichen und hügeligen Ausreitgelände. Ich bin weiterhin mit einem normalen Stallhalfter spazieren gegangen. Dabei habe ich ihm die notwendigen Stimmkommandos beigebracht. Er lernt sehr schnell. Bis alles rund lief, hat es aber seine Zeit gedauert. Ich musste die neue Art der Aufmerksamkeit und Präzision schließlich auch lernen.

 

Achtung - Fahrrad

Achtung - Hund

Achtung - Mensch (wenn die Menschen sich so verhalten, dass mit Schreckmoment zu rechnen ist)

 

Vorsicht - Stufe (wenn sich das Niveau dauerhaft ändert)

Vorsicht - rutschig (wenn der Boden schmierig wird)

Füßeheben (wenn etwas im Weg liegt, Wellen im Boden sind oder ähnliche Stolperfallen)

 

Rauf, Runter, Links, Rechts

Jeweils gedoppelt wenn sie stark sind (Linkslinks), mit "bisschen" kombiniert wenn nur minimal (bisslerechts)

 

Auf dem Platz kamen weitere Kommandos dazu: 

 

Füßeheben jetzt-jetzt-jetzt (für mehrere Stangen im Trab)

Hopp (für den Absprung im Galopp über aus weichen Gassen aufgeschichtetem Cavalettiersatz, damit bei einer Kollision alles schön weich bleibt)

Rein und Raus (um die Zirkellinie zu korrigieren)

Gerade (um die Kreisbahn zu verlassen) 

Weiter (wenn es nötig ist die Richtung weiterhin zu bestätigen)

 

Einfach war es, diverse Figuren z.B. in der Dualaktivierung zu gehen. Einmal gezeigt, war die Position der Gassen für die Füße klar. Daher musste ich für das Training der Kommandos über die Gassen Chaos legen und dieses auch immer ändern, denn nur den Weg durch das einmal erwanderte Chaos zu variieren hat natürlich nicht zur Unkenntnis in Bezug auf deren Position im Raum gesorgt.

 

 

Wiedereinstieg

 

Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, wieder mit dem Reiten anzufangen, hängt davon ab, wann alle Kommandos bei Mensch und Pferd zuverlässig sitzen. Daneben ist es wichtig, dass beide Partner es sich wieder zutrauen.

 

Die Kommandos haben funktioniert, lange Wochen bevor wir wieder etwa ein halbes bis dreiviertel Jahr nach dem Erblinden richtig ausgeritten sind. Schreckmomente ("Fahrrad") blieben aus, auch bei unspezifischem Geraschel im Wald konnte ich Magics Aufmerksamkeit durch einfaches mit ihm Reden bei mir halten. Auch die Trittsicherheit kam wieder und die kleinen Stolperer über kleinere Unebenheiten, die ich nicht bemerken und ansagen konnte hatten wieder aufgehört. 

 

Magic, wie eingangs erwähnt, kommuniziert deutlich. Wir satteln im Stallbereich, jedes Pferd hat seinen festen Platz. Wollte ich Magic an seinen Sattelplatz führen, und sei es auch nur einfach so zum putzen, wollte er da nicht hin, sondern hat mir den Weg zum Ausgang gezeigt: Lieber Spazierengehen. Geputzt habe ich ihn daher eben dann an einer anderen Stelle. Dann kam der Tag, wo ich ihm wieder den üblichen Platz angeboten habe und er enorm motiviert mitging. Ausgiebig geputzt, gründlicher wie wenn nicht gesattelt wird, Schuhe angezogen, gesattelt. Magic stand dabei wie in alten Zeiten leicht im Halbschlaf da und als ich ihm die Trense hingehalten habe, hat er sie mir praktisch aus der Hand gerissen.

 

Der erste Ausritt war dann - etwas zu seinem deutlich spürbaren Bedauern -  lediglich ein Schrittausritt. Unterwegs mit der ganzen Truppe, Lina, Diabolo als deren Handpferd und Magic dahinter. Dann waren auch nur die beiden Herren unterwegs und Magic, der im Schritt ein höheres Grundtempo bevorzugt, ging auch gleich gerne wieder voraus. In Kürze waren wir dann wieder in allen Gangarten unterwegs, die bewährten Galoppstrecken sind nicht in Vergessenheit geraten, ich wurde gleich wieder frühzeitig gefragt, wann ich denn das Küsschen geben mag. Die Muskelkraft war da, die Ausdauer natürlich noch nicht.

 

Magic - going on

 

Die ersten Ausritte fanden auf Wegen statt, die wir auch regelmässig in der Reitpause zusammen gewandert sind und die von der Bodenbeschaffenheit keine höheren Ansprüche stellen. Und die ersten Ausritte dauerten auch nicht länger als eine Stunde.

 

Die Grundlagenausdauer, die für längere Ausritte auch mit längeren Trab- und Galoppanteilen notwendig ist, wächst von ganz alleine durch das stetige, an Tagesform und Temperatur angepasste Ausreiten. Der Anspruch an die Wege wächst mit.

 

Und meine notwendige Zusatzaufmerksamkeit routiniert sich dadurch auch ganz automatisch.

 

Wie viel und wie oft? Auf jeden Fall nur dann wenn Magic Lust hat. Will er lieber wandern gehen mit mir wie ausreiten, ist das natürlich weiterhin immer ok. Aber immer dann, wenn er will, sofern nicht objektive Gründe entgegenstehen, zu glatte/rutschige Bodenverhältnisse zum Beispiel. Und zumindest am Anfang müssen wir auch die Lust aufs Laufen manchmal etwas in geregeltere Bahnen bringen wie Magic selbst meint, damit ein vernünftiges und planvolles Aufbautraining stattfindet.  

 


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